Montag, 22. Februar 2010

Gesang der Elfen

Um Mitternacht, wenn die Menschen erst schlafen,
Dann scheinet uns der Mond,
Dann leuchtet uns der Stern,
Wir wandlen und singen
Und tanzen erst gern.

Um Mitternacht, wenn die Menschen erst schlafen,
Auf Wiesen an den Erlen
Wir suchen unsern Raum
Und wandlen und singen
Und tanzen einen Traum.
(J.W.v.Goethe)

Freitag, 25. Dezember 2009

Der Abend

Senke, strahlender Gott, die Fluren dürsten
Nach erquickendem Tau, der Mensch verschmachtet,
Matter ziehen die Rosse,
Senke den Wagen hinab.
Siehe, wer aus des Meers krystallner Woge
Lieblich lächelnd dir winkt! Erkennt dein Herz sie?
Rascher fliegen die Rosse,
Thetis, die göttliche, winkt.
Schnell vom Wagen herab in ihre Arme
Springt der Führer, den Zaum ergreift Kupido,
Stille halten die Rosse,
Trinken die kühlende Flut.
An dem Himmel herauf mit leisen Schritten
Kommt die duftende Nacht; ihr folgt die Süße
Liebe. Ruhet und liebet,
Phöbus, der liebende, ruht.
(Friedrich Schiller)

Samstag, 14. November 2009

Stille dieser Nacht

Der Horizont in Flammen steht
von lodernd Sonne letzter Glut
ganz stille dieser Tag vergeht
versinkt sanft in des Wassers Flut.

Der letzte Takt ist fast verklungen
bald kommt die Stille dieser Nacht
von kühlen Wellen fest umschlungen
umarmt mich gleich des Todes Macht.

Das schwarze Meer mit weitem Schlund
flüstert leise meinen Namen
reißt mich hinab zu tiefem Grund
dort singt es mir das große Amen.

Das Ende jeden Tages

ich warte auf die nacht
rastlos...ruhig
die sichel des mondes erscheint
scheinbar...unscheinbar
wolken ziehen am himmel auf
nebelig...klar
nasse luft steigt aus dem boden
frostig...dampfend
kerzenschein durchbricht das dunkel
schleierhaft...scharf
die turmuhr schlägt entfernt
hastig...pulsierend
eulenschrei in der nacht
krächzend...melodisch
sterne glitzern zwischen wolken
chaotisch...geordnet
regenschleier fällt zu boden
spürbar...vergessen
flammen lodern im herzen
grell...ungesehen
ein schrei durchbricht die stille
laut...verhallt
vögel verstummen im mondlicht
leise...klagend
die natur zeigt ihr spiegelbild
hässlich...schön
anspannung und ruhe
ausgeglichen...kämpfend
aggressionen lösen sich
wütend...sanft

Sonntag, 25. Oktober 2009

Traumgängerin

Traumgängerin war ich
auf dem Weg nach Leben
zu suchen im Schein des Mondes
Bernsteinaugen - gedankennah
mir auf der Spur
immer ein fragendes Staunen
blau sein Fell - wie meine Seele
unhaltbar im Flug
über das Meer
treibt mich die Strömung
zu neuen Horizonten

Montag, 12. Oktober 2009

Oktobertage

Mit wachsenden Schatten
fliehen letzte Sonnenträume
durch fahle Gräserkissen
und purpurlicht
tropfen goldene Blätter
vom Kastanienbaum

Laubfeuer
fülle die Augen
mit spätem Sonnenglanz
und in spiegelnder See
verglühen Ahornbäume
in herbstlichen Strahlen

Des Sommers Licht
vergeht und bleibt doch
in Allem

Freitag, 11. September 2009

Geh deinen Weg

Geh deinen Weg – geh wohin er dich führt
über Grenzen, durch tiefe Täler, hinauf an steiler Wand
in deinem Herzen steht alles geschrieben
was du bis jetzt nicht erkannt.

Geh deinen Weg – nur du ganz allein
hörst die Stimme deines Herzens in der Stille ganz genau
sie sagt dir: Geh- und vertrau.

So wie ein Kind sich seiner Tränen nicht schämt
so wie es böse wird, wenn man es quält
und wie es strahlt, wenn es Liebe empfängt,
wie es niemals Gefühle verdrängt.

Geh deinen Weg – nur du ganz allein
hörst die Stimme deines Herzens in der Stille ganz genau
sie sagt dir: Geh- und vertrau.

Finde auch du dein inneres Kind
spielt es zu dir dann folge geschwind
verjage die Zweifel, glaub an die Macht
die dich sicher führt, auch in dunkler Nacht.

Geh deinen Weg – nur du ganz allein
hörst die Stimme deines Herzens in der Stille ganz genau
sie sagt dir: Geh- und vertrau.